Band21:Blindflug zur Schlange: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:21blindflug_zur_schlange.gif|left]] '''Blindflug zur Schlange''' ist der 21. Band der Reihe 'Weltraumpartisanen', gleichzeitig der erste Band, in dem [[Mark Brandis]] als Vormann in Diensten der [[UGzRR]] fliegt.
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'''Blindflug zur Schlange''' ist der 21. Band der Reihe 'Weltraumpartisanen', gleichzeitig der erste Band, in dem [[Mark Brandis]] als Vormann in Diensten der [[UGzRR]] fliegt.
  
 
Im Jahre 2083 sollte das Thema Raumpiraterie eigentlich der Vergangenheit angehören, doch der Zufall will es, dass [[Grigori "Grischa" Romen|Grischa Romen]], der Vormann des UGzRR-Schiffes ''Florence Nightingale'' mit seiner Besatzung ausgerechnet dem übelsten unter den Piraten des Sonnensystems in die Hände fällt...
 
Im Jahre 2083 sollte das Thema Raumpiraterie eigentlich der Vergangenheit angehören, doch der Zufall will es, dass [[Grigori "Grischa" Romen|Grischa Romen]], der Vormann des UGzRR-Schiffes ''Florence Nightingale'' mit seiner Besatzung ausgerechnet dem übelsten unter den Piraten des Sonnensystems in die Hände fällt...
  
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Es ist der erste Weihnachtstag des Jahres 2083 und [[Mark Brandis]] kann wieder einmal nicht daheim bei seiner Frau [[Ruth O'Hara]] sein, da er in der Raumnotwache von [[Las Lunas]] seinen Dienst versehen muss. Aus dem Funkraum meldet Hua McKim eine beunruhigende Neuigkeit: An Bord des maroden Frachters ''Delfin'' will man einen Funkspruch aufgefangen haben, der aus dem Mund des berüchtigten Raumpiraten Ahmed Khan stammen soll. Eigentlich kann das nicht möglich sein, da Khan tot sein sollte, zudem hat die Mannschaft der Delfin ausgiebig das Weihnachtsfest gefeiert. Dennoch ist Brandis beunruhigt und beschließt, weitere Nachforschungen anzustellen.  Die [[Henri Dunant]] startet in Richtung der angegebenen Koordinaten.
 
Es ist der erste Weihnachtstag des Jahres 2083 und [[Mark Brandis]] kann wieder einmal nicht daheim bei seiner Frau [[Ruth O'Hara]] sein, da er in der Raumnotwache von [[Las Lunas]] seinen Dienst versehen muss. Aus dem Funkraum meldet Hua McKim eine beunruhigende Neuigkeit: An Bord des maroden Frachters ''Delfin'' will man einen Funkspruch aufgefangen haben, der aus dem Mund des berüchtigten Raumpiraten Ahmed Khan stammen soll. Eigentlich kann das nicht möglich sein, da Khan tot sein sollte, zudem hat die Mannschaft der Delfin ausgiebig das Weihnachtsfest gefeiert. Dennoch ist Brandis beunruhigt und beschließt, weitere Nachforschungen anzustellen.  Die [[Henri Dunant]] startet in Richtung der angegebenen Koordinaten.
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Das Thema des konservierten Gehirns, das sowohl in diesem Band als auch in [[Band04:Aufstand der Roboter|Aufstand der Roboter]] vorkommt, mag uns heute etwas seltsam vorkommen, war aber in den Siebzigern und frühen Achtigern ein gern und ernsthaft diskutiertes wissenschaftliches Thema, mit dem sich auch die Philosophen beschäftigten. Mit den ersten Fortschritten im Bereich künstlicher Intelligenz kamen auch Ängste vor einer Herrschaft der Computer auf, und man fragte sich, ob Menschen es wohl spüren würden, wenn ihre Gehirne von bösartigen elektronischen Mächten in Tanks verpflanzt würden. Hierbei ging es vor allem um künstlich erzeugte Sinne wie dem Tast- und Empfindungssinn und ob es etwa möglich sei, diese durch elektrische Impule vorzutäuschen. Der Philosoph Hilary Putnam befaßte sich in seinem Werk "Vernunft, Wahrheit und Geschichte" ausführlich mit dem Thema und kam zu der beruhigenden Erkenntnis, dass ein Gehirn sich nicht derart täuschen ließe, da sein Bezug zu den Dingen des alltäglichen Lebens nicht mehr der selbe sei, wie der von Menschen aus Fleisch und Blut. Wie die beiden Personen in den Reiseberichten wüßten wir also, ob wir noch als Mensch existieren oder nur noch ein in Drähte eingesponnenes Gehirn sind.
 
Das Thema des konservierten Gehirns, das sowohl in diesem Band als auch in [[Band04:Aufstand der Roboter|Aufstand der Roboter]] vorkommt, mag uns heute etwas seltsam vorkommen, war aber in den Siebzigern und frühen Achtigern ein gern und ernsthaft diskutiertes wissenschaftliches Thema, mit dem sich auch die Philosophen beschäftigten. Mit den ersten Fortschritten im Bereich künstlicher Intelligenz kamen auch Ängste vor einer Herrschaft der Computer auf, und man fragte sich, ob Menschen es wohl spüren würden, wenn ihre Gehirne von bösartigen elektronischen Mächten in Tanks verpflanzt würden. Hierbei ging es vor allem um künstlich erzeugte Sinne wie dem Tast- und Empfindungssinn und ob es etwa möglich sei, diese durch elektrische Impule vorzutäuschen. Der Philosoph Hilary Putnam befaßte sich in seinem Werk "Vernunft, Wahrheit und Geschichte" ausführlich mit dem Thema und kam zu der beruhigenden Erkenntnis, dass ein Gehirn sich nicht derart täuschen ließe, da sein Bezug zu den Dingen des alltäglichen Lebens nicht mehr der selbe sei, wie der von Menschen aus Fleisch und Blut. Wie die beiden Personen in den Reiseberichten wüßten wir also, ob wir noch als Mensch existieren oder nur noch ein in Drähte eingesponnenes Gehirn sind.
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[[Kategorie:Reiseberichte "Weltraumpartisanen"]]
 
[[Kategorie:Reiseberichte "Weltraumpartisanen"]]

Aktuelle Version vom 16. September 2012, 15:43 Uhr

Original von 1981
Wurdack Taschenbuch 2011

Blindflug zur Schlange ist der 21. Band der Reihe 'Weltraumpartisanen', gleichzeitig der erste Band, in dem Mark Brandis als Vormann in Diensten der UGzRR fliegt.

Im Jahre 2083 sollte das Thema Raumpiraterie eigentlich der Vergangenheit angehören, doch der Zufall will es, dass Grischa Romen, der Vormann des UGzRR-Schiffes Florence Nightingale mit seiner Besatzung ausgerechnet dem übelsten unter den Piraten des Sonnensystems in die Hände fällt...

Inhalt

Es ist der erste Weihnachtstag des Jahres 2083 und Mark Brandis kann wieder einmal nicht daheim bei seiner Frau Ruth O'Hara sein, da er in der Raumnotwache von Las Lunas seinen Dienst versehen muss. Aus dem Funkraum meldet Hua McKim eine beunruhigende Neuigkeit: An Bord des maroden Frachters Delfin will man einen Funkspruch aufgefangen haben, der aus dem Mund des berüchtigten Raumpiraten Ahmed Khan stammen soll. Eigentlich kann das nicht möglich sein, da Khan tot sein sollte, zudem hat die Mannschaft der Delfin ausgiebig das Weihnachtsfest gefeiert. Dennoch ist Brandis beunruhigt und beschließt, weitere Nachforschungen anzustellen. Die Henri Dunant startet in Richtung der angegebenen Koordinaten.

Einen Tag darauf treffen Grischa Romen und die Besatzung der Florence Nightingale auf das beschädigte Versorgungsschiff Fulgor, das laut eines mehrere Stunden alten Funkspruchs durch einen Brand an Bord in Raumnot geriet. Es dauert eine Weile, bevor die Besatzung des anderen Schiffs per Funk kontaktiert werden kann, aber schließlich gelingt es doch noch, die durch einen Schaden am Lebenserhaltungssystem der Fulgor geschwächten Männer an Bord zu nehmen. Fast entgeht dem Radarcontroller während der Rettungsaktion die Annäherung eines weiteren Schiffs, dessen Kommandant auch offensichtlich nicht wünschte, zu früh bemerkt zu werden. Es handelt sich um eine umgebaute VOR-Pagode, die den wenig vertrauenerweckenden Namen VENDETTA trägt. Tatsächlich wird Captain Romen kurz darauf unter Androhung von Waffengewalt gezwungen, die Florence Nightingale an die Männer der Vendetta zu übergeben. Seine Besatzung und die Männer der Fulgor werden an Bord des fremden Schiffes gebracht, und dort eingekerkert. Während zwei gegnerische italienische Besatzungsmitglieder wüste Flüche in ihrer Heimatsprache austauschen, entdeckt Grischa Romen etwas Interessantes: An einer Innenwand der Vendetta hängt als Schmuck eine echte Stradivari.

Die Henri Dunant sucht derweil den von der Delfin angegebenen Raumsektor ab, findet aber wie erwartet kein verdächtiges Schiff. Durch kosmische Störungen ist der Funk gestört, es gibt nur einmal die kurze Meldung aus Las Lunas, dass Grischa Romen sich um die verunglückte Fulgor kümmere. Brandis ist beruhigt, weil er die Aufgabe bei Romen in den richtigen Händen weiß und hängt einigen Erinnerungen an die Gründungszeit der UGzRR nach, an die Rettung der Han Wu Ti und an einen zwar amüsanten, aber konsequenzreichen Auftritt von Grischa Romen in einer Bar des interplanetaren Vergnügungszentrums, der beinahe den Pachtvertrag mit Pietro Anastasia hätte platzen lassen. In der edlen Komet Bar, in der die High Society beider irdischer Machtblöcke zu verkehren pflegt, hatte Romen seinen berühmten Geigentrick vorgeführt. Dabei gingen durch einen hohen Geigenton einige Gläser zu Bruch und teure Abendroben wurden mit den darin befindlichen Getränken ruiniert. Nur durch einiges diplomatisches Geschick konnte die Situation noch gerettet werden und Romen erhielt seinen Spitznamen Zigeunerprimas.

In Brandis Gedankengänge platzt ein Notruf, den Captess Kato gehört hat, der aber seltsamerweise auf keinem Band aufgezeichnet wurde. Die Henri Dunant folgt dem SOS und findet die aufgegebene VOR-Station Mandarin. Dort wurden von den asiatischen Militärs einst Versuche mit telepathischer Kommunikation durchgeführt, die aber erfolglos blieben. Die Funkstation der Mandarin ist zerstört und man findet die verzweifelte Botschaft einiger Besatzungsmitglieder, die mit einem Rettungsboot die nächste Station zu erreichen versuchten, aber nie ankamen. Der Rest der Besatzung starb durch Selbstmord, um dem Hungertod zu entgehen. Es bleibt rätselhaft, wer den Notruf absetzte, denn an Bord lebt nur noch ein einziger Mann, ein indischer Guru.

Auch zurück in Las Lunas begegnet Brandis dem alten Mann mit unverhohlenem Misstrauen und möchte ihn so schnell wie möglich von Bord haben. Shivagi Deschehen, der die Religionsverfolgungen in den ersten Jahren der VOR im Versteck überlebte, steht aber noch unter Quarantäne. Zu Brandis Missfallen muss er daher an Bord der Henri Dunantbleiben. Sorge bereitet dem Commander auch der Kommunikationsabbruch der Florence Nightingale, die im berüchtigten Nirwana-Sektor unterwegs war. Er befürchtet zwar, dass das Rettungsschiff mit Piraten in Kontakt gekommen sein könnte, ist aber gleichzeitig vom Tod Ahmed Kahns fest überzeugt. Trotzdem macht sich die Henri Dunant für einen Kontrollflug bereit.

An Bord der Vendetta, die einem unbekannten Ziel entgegen fliegt, macht sich unter den Männern der Florence Nightingale und der Fulgor inzwischen Mutlosigkeit breit. An den Wänden ihrer Zellen finden sie die letzten Botschaften im Weltraum ausgesetzter Gefangener und die Übermacht der Piraten lässt jeden Widerstand schon im Vorfeld aussichtslos erscheinen. Nach langer Wartezeit werden Grischa Romen und die Männer endlich auf die Brücke des Schiffs gerufen, wo sie eine furchtbare Überraschung erwartet: Statt von einer Brückenmannschaft wird die Vendetta vom Gehirn Ahmed Khans gesteuert, das nach seinem Tod unter Glas konserviert und in ein Geflecht von Drähten eingebettet wurde, die ihn mit allen Steuerelementen verbinden. Der Pirat macht keinen Hehl aus seinen Zielen, er plant, eine Flotte aufzubauen und will zu diesem Zweck auch die Florence Nightingale zu einem Kriegsschiff umrüsten. Grischa Romen und seine Männer sollen ihm bei der Ausbildung seiner zusammengewürfelten und unerfahrenen Mannschaft helfen, ansonsten droht auch ihnen der Tod im All. Der texanische Lieutenant Anderson versucht, erbost über diese Forderung, den Hauptenergiestrang des konservierten Gehirns zu zerstören, aber anders als General Smith ist Ahmed Kahn gegen derartige Anschläge auf sein Lebenserhaltungssystem gerüstet: Anderson erleidet einen lähmenden Stromschlag. Grischa Romen bittet um Bedenkzeit, um sich mit seinen Leuten zu beraten. Auf dem Rückweg zur Zelle fasst er plötzlich einen Entschluss: Er nimmt die dort hängende Geige von der Wand und spielt Mozarts kleine Nachtmusik, was Ahmed Khan sehr beeindruckt.

An Bord der Henri Dunant sieht sich Brandis zwischenzeitlich einer kleinen „Revolte“ seiner Mannschaft gegenüber. Zwar ist das Wrack der Fulgor zwischenzeitlich gefunden worden, aber in der durch die Suche vergangene Zeit könnte die Florence Nightingale bereits viele Meteoriten oder Raumstationen erreicht haben. Da die Crew fürchtet, der anderen Mannschaft könne etwas zugestoßen sein, beschließt sie, zu ungewöhnlicheren Suchmethoden überzugehen und Professor Deschehen um Hilfe zu ersuchen, der auf der Mandarin so genannte Verzögerungslose Kommunikation unterrichtete, eine Form der Telepathie. Brandis ist entsetzt, aber um die Mannschaft nicht vor den Kopf zu stoßen, ordnet er eine Abstimmung an, bei der er aber keine Mehrheit erhält. Deschehen hatte ihm bereits Hilfe angeboten, was Brandis aber für Unsinn hielt. Der Professor erklärt ihm daraufhin, dass auch nicht jeder Mensch für diese Form der Kommunikation geeignet sei. In die Besprechung platzt Lieutenant Levy mit einer Meldung von Las Lunas hinein, die Florence Nightingale ist bei STELLANORM XIV gesichtet worden. Froh, um eine „übersinnliche“ Suchaktion herum gekommen zu sein, nimmt Brandis Kurs auf die Raumstation.

Auf der Vendetta schmieden die Gefangenen unterdessen allerhand Pläne, wie Ahmed Kahn ausgeschaltet werden könnte. Auch ein Überfall auf das Wachpersonal wird in Erwägung gezogen, aber so unerfahren die Piraten als Piloten sind, desto mehr Erfahrung haben sie darin, Geiseln zu bewachen. Während eines schroffen Kurswechsels der Vendetta schlägt sich Grischa Romen zu allem Unglück auch noch den Kopf an und beginnt danach zur Verwunderung seiner Mannschaft merkwürdige Selbstgespräche zu führen. Als die Mannschaft endlich wieder zu Khan gebracht werden soll und das Schiff ein weiteres hartes Wendemanöver fliegt, sehen die Männer der Fulgor die ersehnte Gelegenheit zum Angriff gekommen und versuchen, ihre Bewacher zu überwinden, was aber an deren Überlegenheit scheitert. Ein fehlgeleiteter Schuss in die Decke jedoch zerstört das Navigationssystem der Vendetta und man muss den Navigator der Fulgor zu Hilfe rufen. So erfahren die Gefangenen zumindest endlich das Ziel Ahmed Khans, es ist der Asteroid Serpens. Kurz nachdem Grischa Romen diese Nachricht erhält, hat er wieder einen seltsamen Ausfall seines Bewusstseins.

Der Energiesturm Lorelei verhindert eine gute Funkverbindung zu STELLANORM XIV, auch Las Lunas kann die Station nicht erreichen. Zudem ist das AMS – das Meteoriten-Frühwarnsystem – der Henri Dunant ausgefallen, daher wird die Annäherung eines kleinen Meteoritensplitters an das Schiff nicht rechtzeitig entdeckt. Erst scheint es, als seien am Schiff keine Schäden entstanden, aber dann stellt sich heraus, dass es einen massiven Strahleneinbruch ausgerechnet im Hospital gegeben hat, in dem Shivagi Deschehen untergebracht ist. Der alte Mann ist tödlich verseucht worden, nur seine Schmerzen können noch gelindert werden. Er teilt Brandis mit, dass er Kontakt zu Grischa Romen aufgenommen habe, aber dieser glaubt ihm nicht. Als der alte Mann dem Commander die Position der Florence Nightingale mitteilen will, bringt ihn das Schmerzmittel zum Verstummen. Auch als die Henri Dunant STELLANORM XIV erreicht, teilt der zuständige Wissenschaftler mit, nichts mehr für Deschehen tun zu können, so verzichtet Brandis darauf, anzudocken. Von der Florence Nightingale gibt es immer noch keine Spur, also lässt Brandis eine Suchspirale fliegen. Als die Funkverbindung zur Raumnotwache Las Lunas wieder funktioniert, gibt es schließlich beunruhigende Neuigkeiten von dem Schiff, das ein Kreuzer der strategischen Raumflotte aufgespürt hat: An Bord versucht eine fremde Besatzung verzweifelt, mit einigen technischen Problemen fertig zu werden. Auch Professor Deschehen wendet sich noch einmal an Brandis und will ihm den Aufenthaltsort von Grischa Romen und seiner Mannschaft mitteilen, mitten im Wort verstirbt er jedoch.

Auf Serpens sollen die beiden Männer der Fulgor, die sich gegen die Bewacher wandten, in einer Art Menschenjagd zur „Unterhaltung“ der Vendetta-Besatzung hingerichtet werden, aber vorher will Ahmed Khan sich das persönliche Vergnügen eines Geigenkonzerts gönnen. Zum Schein geht Grischa Romen auf die Forderung Khans, als Ausbilder für ihn zu arbeiten, ein. Seine Mannschaft gerät zunächst in Wut, aber als Romen das Lied aus der Komet-Bar anstimmt, ahnen die Männer, welchen Plan der Captain verfolgt und unterstützen ihn. Zunächst amüsiert sich die Crew der Vendetta, doch Ahmed Kahn erkennt, als Romen den Geigenton immer höher treibt, die Absicht des Captains. Er versucht ihn mit Steuermanövern von den Füßen zu reißen, aber Romen spielt auf Knien weiter, während die Vendetta-Besatzung nun auch begreift. Ein Handgefecht entsteht, als die Männer Romen den Rücken freihalten, doch schließlich gelingt es ihm, einen so hohen Ton zu spielen, dass die Glasglocke um Kahns konserviertes Hirn zerplatzt. Auf dem steuerlosen Schiff bricht Chaos aus.

Auf der Henri Dunant findet die Besatzung in der mittlerweile dekontaminierten Kabine des Hospitals ein S-förmiges Zeichen, das in die Wandfarbe geritzt wurde, eine letzte Botschaft von Shivagi Deschehen. Brandis begreift, dass der „Guru“ ihm mitteilen wollte, dass Grischa Romen sich auf Serpens befinde und entschließt sich trotz aller Vorbehalte gegen die Verzögerungslose Kommunikation einen Versuch zu wagen. Die Henri Dunant nimmt Kurs auf den Asteroiden und findet die Vendetta gerade noch rechtzeitig, bevor Grischa Romen und seine Mannschaft durch ein Feuer an Bord sterben. Der Rest der Piraten ist entweder tot oder im Dingi des Schiffes eingesperrt: Nach der Rückkehr von der Suche nach einem geeigneten Platz für die geplante Menschenjagd ließ man sie einfach nicht mehr an Bord.

Zurück in Metropolis, glaubt auch Brandis inzwischen, dass Deschehen kein Schwindler war, denn auch der nicht aufgezeichnete Notruf an Captess Kato ging offensichtlich von ihm aus. Brandis versucht auch den skeptischen Harris zu überzeugen, aber dieser hält, wie Brandis zuvor, alles für Unsinn. Als Brandis wieder an Bord der Henri Dunant zurückkehrt, um einem Notruf zu folgen, ist auch der letzte Beweis verschwunden: Das in die Wand eingeritzte „S“ ist unter frischer Wandfarbe verschwunden.

Nächster Band: Raumposition Oberon

Besatzung

Henri Dunant

Florence Nightingale


Historische Anmerkung

Das Thema des konservierten Gehirns, das sowohl in diesem Band als auch in Aufstand der Roboter vorkommt, mag uns heute etwas seltsam vorkommen, war aber in den Siebzigern und frühen Achtigern ein gern und ernsthaft diskutiertes wissenschaftliches Thema, mit dem sich auch die Philosophen beschäftigten. Mit den ersten Fortschritten im Bereich künstlicher Intelligenz kamen auch Ängste vor einer Herrschaft der Computer auf, und man fragte sich, ob Menschen es wohl spüren würden, wenn ihre Gehirne von bösartigen elektronischen Mächten in Tanks verpflanzt würden. Hierbei ging es vor allem um künstlich erzeugte Sinne wie dem Tast- und Empfindungssinn und ob es etwa möglich sei, diese durch elektrische Impule vorzutäuschen. Der Philosoph Hilary Putnam befaßte sich in seinem Werk "Vernunft, Wahrheit und Geschichte" ausführlich mit dem Thema und kam zu der beruhigenden Erkenntnis, dass ein Gehirn sich nicht derart täuschen ließe, da sein Bezug zu den Dingen des alltäglichen Lebens nicht mehr der selbe sei, wie der von Menschen aus Fleisch und Blut. Wie die beiden Personen in den Reiseberichten wüßten wir also, ob wir noch als Mensch existieren oder nur noch ein in Drähte eingesponnenes Gehirn sind.